Zwei Aus, Bases Loaded, 6-9 aus Ratinger Sicht. Nur ein einziges Aus fehlte den Goose-Necks im fünften Inning, um mit einem überschaubaren Rückstand in die Schlussphase zu gehen. Es sollte nicht fallen. Conrad Kerkow schlug ein Double zu zwei Punkten, zwei Feldspielfehler folgten, und als das Inning endlich beendet war, stand es 6-14. Dabei hatte der Nachmittag vor heimischer Kulisse sehr ordentlich begonnen.
Doch der Reihe nach. Die Greyhounds gingen im ersten Inning ohne einen einzigen Hit mit 2-0 in Führung. Zwei Walks, ein Fehler, ein Balk und ein Sacrifice Fly von Jan Ebert genügten. Die Gänse antworteten umgehend. Tius Lahmers erreichte per Error die zweite Base, Tristan Theisen singelte ihn auf Third, und Heiko Wolle holte ihn per Groundout nach Hause. 1-2.
Auch den nächsten Aachener Punkt glichen die Gastgeber im zweiten Inning prompt aus, und zwar mit einer Aktion, die man nicht alle Tage sieht. Mark Greiner zog einen Walk, erreichte per Error des Pitchers die zweite Base und rückte auf den Single von Jannik Rupprecht auf Third vor. Dann stahl er die Homeplate. Wer braucht schon einen Hit, wenn er schnelle Beine hat. Kurz darauf brachte Lahmers mit einem Single Marco Weinreich zum 3-3 über die Platte. Das Spiel war offen.
Im dritten Inning setzten sich die Greyhounds erstmals ab. Ebert brachte mit einem Single zwei Runner nach Hause, Thomas Moll legte einen RBI-Single nach, und ein Fehler sowie ein Wild Pitch sorgten für zwei weitere Punkte. 3-8. Doch die Gänse ließen sich nicht abschütteln. Wolle zog einen Walk, Stephan Schäfer wurde abgeworfen, und nach einem Wild Pitch standen beide in Scoring Position. Rupprecht nutzte die Chance und holte beide mit einem Single nach Hause. 5-8.
Weinreich hatte bis dahin drei Innings geworfen und dabei vier Strikeouts gesammelt, bevor Wolle im vierten Inning den Hügel übernahm. Beide Teams erzielten in diesem Spielabschnitt je einen Punkt. Auf Ratinger Seite erarbeitete ihn Yorck Degens, der nach einem Walk erst die zweite, dann die dritte Base stahl und nach einem Fehler des Aachener Catchers punktete. 6-9 nach vier Innings. Die Tür stand weit offen.
Dann kam das fünfte Inning mit jenen zwei Aus, die nicht zum dritten werden wollten. Der Rückstand wuchs auf acht Punkte, und im sechsten Spielabschnitt legten die Greyhounds noch einmal nach. McNealy brachte mit einem Single den ersten Punkt ins Ziel, mehrere Fehler öffneten weitere Türen, und Moll räumte mit einem Double zu drei Punkten den Tisch ab. Lahmers übernahm im Laufe des Innings den Mound von Wolle. Als die Aachener schließlich zurück ins Feld gingen, stand es 6-22.
Bemerkenswert war, wie die Gänse darauf reagierten. Der eingewechselte Dennis Timmermann eröffnete das sechste Inning mit einem Double, Tobias Köhler singelte, und Degens wurde abgeworfen. Lahmers brachte Timmermann per Sacrifice Fly nach Hause. Nach einem Pitcherwechsel bei den Greyhounds wurde Schäfer bei geladenen Bases abgeworfen, und Olaf Stockter holte mit einem Single einen weiteren Punkt. 9-22.
Das siebte Inning brachte den Aachenern noch einmal fünf Punkte, unter anderem durch einen Sacrifice Fly von Ebert und das zweite Double des Tages von Moll. Und die Goose-Necks? Die zeigten in ihrem letzten Schlagdurchgang, wozu sie offensiv in der Lage sind. Timmermann, Köhler und Degens eröffneten mit drei Singles in Folge, Lahmers zog bei geladenen Bases einen Walk. Nach einem Error der Aachener Defensive kamen zwei weitere Punkte ins Ziel, und Schäfer legte einen RBI-Single nach. Den Schlusspunkt setzte Wolle, der als zweiter Ratinger an diesem Tag die Homeplate stahl. Fünf Punkte im letzten Inning und der 14-27 Endstand.
Den Greyhounds gebührt Anerkennung. Moll war mit drei Hits, darunter zwei Doubles, und fünf RBI der herausragende Schlagmann des Spiels. Vor allem aber machte die Aachener Mannschaft mit 24 Stolen Bases enormen Druck auf den Bases. Kerkow, Rudolf Westerkamp und Shin Kim punkteten jeweils fünfmal, Westerkamp sogar ganz ohne eigenen Hit.
Für die Gänse gibt es viel Positives mitzunehmen. Mit zwölf Hits schlugen sie drei mehr als der Gegner, und aus vier Punkten im Hinspiel wurden diesmal 14. Rupprecht, Stockter, Timmermann und Köhler kamen auf je zwei Hits, Lahmers steuerte drei RBI bei, Degens punktete dreimal. Mit elf Stolen Bases, darunter zwei Steals of Home, zeigte die Mannschaft, dass sie auf den Bases selbst Druck machen kann.
Wo der Hebel für die kommenden Spiele liegt, zeigt ein Blick in die Statistik. Die Goose-Necks fabrizierten an diesem Nachmittag 17 Errors, und genau das ermöglichte es den Aachenern, mit nur neun Hits 27 Punkte zu erzielen. Lediglich sieben davon waren Earned Runs, genauso viele wie auf Ratinger Seite. Rein nach Earned Runs endete die Partie also 7-7, nur leider zählt die Anzeigetafel anders. Gelingt es, in der Defensive ruhiger zu werden, ist gegen Gegner wie Aachen deutlich mehr drin. Die Offensive jedenfalls ist bereit.