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Über schwere Geburten und Familientragödien am Muttertag

  • Spielbericht   Herren 1
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Quo vadis, Ratingen?

Am Muttertag trafen die Düsseldorf Senators und die Ratingen Goose-Necks in der 2. Bundesliga aufeinander. Das erste Spiel gewannen die Gänse mit 11-10 und sehr viel Mühe. Im zweiten Spiel gingen die Hausherren mit 1-12 unter. Eine Bestandsaufnahme.

Die Geburt eines Kindes kann durchaus schwer sein. Die Geburt des Sieges der Ratinger war ebenfalls durch ein ständiges Auf und Ab geprägt. Erstmal ging es leicht abwärts. Lleyton Burggraf als Starting Pitcher kämpfte sich recht mühsam durch die ersten drei Innings und kassierte zwei Punkte. Er schaffte es leider nicht seine Pitches unter Kontrolle zu bringen und ermöglichte durch zwei Hit by Pitches und drei Walks den Senators einfach auf die Bases zu gelangen. Diese Hilfestellung war auch durchaus nötig, denn die Düsseldorfer hatten durchaus Probleme harte Kontakte auf Burggrafs Würfe zu fabrizieren, was sich durch die Existenz eines einzigen Hits manifestierte.
Die Goose-Necks hingegen taten sich ebenfalls recht schwer. Der Pitcher Nicklas Kolter machte seine Sache recht ordentlich. Es wurden zwar gute Hits erzielt, wie das krachende Double von Ashtoud Daghighian, jedoch schlug man viel zu oft leicht zu verteidigende Bälle zu den Infieldern. Allerdings reichte es zu einer knappen Führung von 3-2 nach drei Spielabschnitten.

Nachdem die Patientin (also das Spiel) stabilisiert wurde, wollte man davonziehen. Doch es kam total anders. Im vierten Inning kam es zum totalen Kollaps des Pitchings. Burggraf warf zwei Hit by Pitches und zwei Walks und ein Single ins Leftfield waren gleichbedeutend mit vier Runs der Düsseldorfer. Lleyton wurde infolgedessen durch Nick König ersetzt.
Jener stabilisierte das Spiel ein weiteres Mal. Allerdings nur für ein Inning. Im sechsten Spielabschnitt verlor auch er jede Kontrolle und warf vier Walks, einen Hit by Pitch und gab einen Single ab. Die Senators zogen auf 9 Punkte weg.

Dagegen stand nur ein leichter Aufwärtstrend der Offensive der Goose-Necks, da in den Innings 4-6 nur zwei Punkte erzielt wurden. Es hätten durchaus mehr sein können, aber eine gute Defensive der Senators verhinderte bessere Resultate. Die Wende sollten dann die Innings 7 und 8 bringen. Nick König hatte sich gefangen und spulte souverän sein Programm ab.
Die Gänse hatten sich endlich eingeschwungen und legten los. Im siebten Inning war bereits ein Punkt erzielt als Robert Füsser mit zwei Aus die Batter’s Box betrat. Er sollte nicht enttäuschen und schickte einen Line-Drive ins Rightfield. Nur leider direkt auf den Mann.
Im achten Inning sollte dann der Knoten platzen. Ein Walk von Tom Stockter, ein weiterer von Pascal Antweiler, ein Single von Jonas Kuklan, ein Sacrifice Fly von Nils Hoffmann, ein Single von Julius Reusche und ein Walk von Malte Kuklan führten zu satten vier Punkten und zur Führung von 10-9. In Anbetracht von 14 Left on Bases war die Führung längst überfällig.
Jedoch bewiesen die Gäste Kampfeswille. Das letzte Aufbäumen startete mit einem Single von Kirchhoff. König bewies darauf hin Nerven. Zwei Wild Pitches später fand sich der Düsseldorfer auf der 3rd Base wieder. Und auch jetzt konnte er auf Ratinger Unterstützung setzen, denn ein Passed Ball brachte ihn nach Hause.
Es war der richtige Stich zur richtigen Zeit, dann Nick König beendete danach das Inning souverän.

Das Spiel musste also im Nachschlag entschieden werden. Tom Stockter ging als erster Batter zu Platte und erkämpfte sich einen Walk. Pascal Antweiler legte dann den Bunt, der weltweit in jeder Liga in dieser Situation gespielt wird, erfolgreich und beförderte Tom in Scoring Position. Dort blieb er nicht lange, da ein wilder Wurf ihn 90 Fuß näher zum Sieg brachten. Nach einem Walk von Jonas Kuklan und anschließender Stolen Base lag es dann an Dennis Timmermann dem Sieg dabei zu helfen das Licht der Welt zu erblicken.
Er versenkte einen Fastball kurz hinter dem Short-Stop und beendete diese mühsame Partie glücklich für sein Team.

Walk-Off-Wins haben immer etwas Aufregendes und Einschneidendes. Die Verlierer sind sehr enttäuscht, während die Gewinner sehr euphorisiert sind. Dieses Momentum wird dann oft in das zweite Spiel eines Doubleheaders mitgenommen, im Positiven wie im Negativen.

Dieses Mal allerdings nicht. Ganz im Gegenteil.

Um das Drama vielleicht etwas anschaulicher zu gestalten, ist an dieser Stelle vielleicht eine Analogie angebracht. Man stelle sich die folgende Situation vor. Du bist in junger Mann in der Blüte deines Lebens. Deine Freundin will dich beim Familienessen zum Muttertag ihrer Familie vorstellen. Du bist top vorbereitet und willst dich von deiner besten Seite zeigen.
Anfangs läuft es auch perfekt. Die Begrüßung der Eltern parierst du perfekt, so wie Starting Pitcher Julius Reuße den Düsseldorfern selbstbewusst zeigte wer er ist und wie gut er werfen kann.
Die Defensive steht, aber es ist noch nicht Zeit in die Offensive zu gehen. Und so verpuffte auch der erste Angriff der Ratinger.

Doch dann nimmt das Unheil seinen Lauf. Die Schwester deiner Freundin taucht mit ihrem Freund auf und verkündet stolz, dass sie schwanger ist. Alles konzentriert sich auf die Schwester und das Ungeborene und niemand interessiert sich mehr für dich. Der mühsam vorbereitete Gameplan ist dahin. Nichts klappt mehr. So auch bei den Ratingern. Das Spiel entglitt im zweiten Inning, als sieben Punkte kassiert wurden. Auch offensiv sollte es keine Antworten und kein Aufbäumen geben.

Allerdings fängst du dich wieder. Die Defensive hast du kurzzeitig wieder im Griff und parierst jovial und unterhaltsam die Äußerungen des Glücks der werdenden Großeltern, kannst allerdings die Aufmerksamkeit nicht auf die ziehen. Folglich gab es keine Gegenpunkte im dritten Inning für Ratingen, aber es wurden auch keine eigenen Punkte erzielt.

Doch dann kommt der Todesstoß. Deine Freundin nimmt dich beiseite und eröffnet dir, dass sie sich von dir trennen wird. Sie hat beim Anblick der schwangeren Schwester festgestellt, dass sie sich nicht vorstellen kann mit dir Kinder zu bekommen. Du bist raus aus dem Spiel. So wie Ratingen im vierten Inning, nachdem man weitere fünf Punkte hinnehmen musste und 0-12 hinten lag.

Du schleichst dich zur Hintertür raus. Du musst dich nicht verabschieden, denn es nimmt dich eh keiner mehr wahr. Das gibt dir allerdings die Möglichkeit den Muttertagskuchen zu mitzunehmen und so zumindest einen kleinen trotzigen Erfolg zu feiern, ganz so wie der Ehrenpunkt durch Robert Füsser.

Schockiert und frustriert, aber mit Kuchen, sitzt du dann auf einer Parkbank und fragst dich, wie das alles passieren konnte, wie auch die Goose-Necks nach dem zweiten Spiel am Muttertag.

Ein paar Erklärungsansätze gibt es dann doch. Die Ratinger treten insgesamt zu wenig konstant auf. Stärke- und Schwächephase treten in jeweils starken Ausprägungen unmittelbar hintereinander auf. Und irgendwann geht die Puste aus und man kann nicht mehr kontern, wenn die Gegner davonziehen.

Am kommenden Samstag fährt die Mannschaft zu den Neunkirchen Nightmares, die wie die Goose-Necks in ähnlichen Gefilden der Tabelle zu finden sind. Ein spannender Schlagabtausch darf erwartet werden.
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< Schattige Nachbesprechung nach einem heißen Spiel in Bonn (16.05.22)

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Coming Up

Datum Zeit Heim Gast  
22.05.22 11:00 Witten Kaker Lakers Tossball (U10)  
  11:00 Jugend (U15) Kottenforst Saints (AK)  
  13:00 Witten Kaker Lakers Tossball (U10)  
  15:00 Damen 2 Wesseling Vermins 2  

Latest Results

Datum Zeit Heim Gast  
21.05.22 15:00 Herren 2 Wuppertal Stingrays 2 :
15.05.22 11:00 Kottenforst Saints (AK) Schüler (U12) 6 : 18
  11:00 Jugend (U15) Cologne Cardinals 2 7 : 19
  13:30 Kottenforst Saints (AK) Schüler (U12) 2 : 17
  15:00 Damen 2 Aachen Greyhounds 27 : 12