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Pure Vernunft darf niemals siegen!

  • Spielbericht   Herren 1
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Nick ist zurück am Arbeitsplatz

Am Tag der Arbeit besuchte die erste Herrenmannschaft die zweite Mannschaft der Cologne Cardinals. Nachdem das erste Spiel mit 15-11 gewonnen wurde, musste man sich mit 4-14 geschlagen geben und einigte sich mit den Hausherren auf einen leistungsgerechten Split.

Der 1.5. ist der Tag der Arbeit und wird auch als "Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse" bezeichnet. Auch wenn es zu keinen Aufständen auf dem Baseballplatz kam, so konnte man doch ein gemeinsames Erheben der Mannschaften gegen die herrschende Klasse verspüren. Um das zu verstehen muss man sich mit Karl Marx und sein Standardwerk "Das Kapital" beschäftigen. Das Werk beschreibt die Funktionsweise des zu seiner Zeit herrschenden Wirtschaftssystems bildet die wissenschaftliche Grundlage seiner Kapitalismuskritik.
Die Grundlage des kapitalistischen Systems ist die Ware. Jede Ware hat einen Gebrauchswert, der die Nützlichkeit der Ware bezeichnet, und einen Tauschwert, der den relativen Wert der Ware im Vergleich zu anderen Waren ausdrückt (Den ganzen Kram bezüglich des aus der Ungleichverteilung der Produktionsmittel entstehenden Spannungsfelds zwischen Arbeiter und Kapitalisten lassen wir mal außen vor).
Wenn man einen Pitch als Ware begreift, dann ist seine Nützlichkeit (Gebrauchswert) nicht in Geld zu bemessen, sondern in Strikes. Je mehr ein Pitch ein Strike ist, desto nützlicher ist er für das Baseballspiel. Das gilt nicht nur für die verteidigende Mannschaft, sondern auch für die angreifende Mannschaft. Letztere hat auch ein großes Interesse daran, dass viele Strikes geworfen werden, weil sonst die Spiele ewig dauern und wenig bis gar keinen Spaß machen.
Pitches haben von Natur aus auch einen relativen Wert (Tauschwert) im Vergleich zu anderen Pitches. So mancher Strike ergibt nur Sinn in Relation zu anderen Strikes.
Demnach bietet die Arbeiterklasse der Pitcher den Kapitalisten (Umpire) ihre Ware an, die allerdings über die Gebrauchs- und Tauschwerte der Würfe entscheiden. Hierbei kann es zu Fehleinschätzungen kommen, die ein ähnliches Spannungsfeld aufbauen wie das, was von Marx in "Das Kapital" bereits beschrieben wurde.

Zugegebenermaßen war die angebotenen Pitches beider Starting Pitcher anfangs nicht einer qualitativen Produktion entsprungen. Das Spiel für die Kölner startete Max Piontek. Es ist mittlerweile egal gegen welches Team der Kölner man an einem Wochenende antritt, sicher ist, dass einer der drei Piontek-Brüder auf dem Mount stehen wird. Max Piontek hatte von Anfang an große Probleme seine Würfe zu platzieren. Tom Stockter erarbeitete sich einen Walk, Jonas Kuklan wurde abgeworfen und Moritz Jödicke erzielte einen Single. Pascal Antweiler fackelte nicht lange und schlug den zweiten Punkt rein, nachdem Tom bereits auf einen Wild Pitch den Weg nach Hause fand. Zwei Punkte drin, kein Aus und Läufer auf den Ecken. Und nur einen Pitch später waren die Bases leer und zwei Aus erzielt. Beschreiben wir es mal so. Die Initiative der Baserunner war nicht von Erfolg gekrönt.
Jedoch bliesen Christian Wöllenstein, Jonas Claesges, Leon Dyckmans und Fabio Ollesch zu Two-Down-Rally und wurden zumindest mit einem Punkt belohnt.
Moritz Jödicke tat es seinem Gegenüber leider gleich. Auch er fand die Strikezone nicht, wodurch die Kölner sofort wieder zum 3-3 ausgleichen konnten.
Im zweiten Inning zogen die Ratinger dann mit 6 Punkten davon und auch Jödicke machte seine Sache etwas besser, sodass eine komfortable Führung heraussprang. Der Trainer der Kölner, Marcel Kujau, zog die Reißleine und brachte mit Klimek einen neuen Pitcher. Der sollte die Ratinger etwas besser im Zaum halten.
Trotz der komfortablen Führung blieb die Pitching Performance von Moritz Jödicke wackelig. Er warf weiterhin viele Walks und der entscheidende Strikecall blieb leider viel zu oft aus, obwohl die Gebrauchswerte der Pitches teils sehr hoch gewesen sind. Da die Entscheidung an der Platte ausblieb, mussten die Ratinger zu ungewöhnlichen Methoden greifen, wie bspw. ein Aus an der dritten Base nach einem Schlag ins rechte Centerfield. Von dort aus beförderten Fabio Ollesch und Jonas Kuklan den Ball rechtzeitig zu Pascal Antweiler.
Es war Zeit für einen Pitcherwechsel. Lleyton Burggraf übernahm. Und der bekam die volle Macht des Kapitalisten zu spüren. Seine Würfe wurde reihenweise nicht als Strikes bewertet und so stand es plötzlich 9-9. Es waren bereits zwei Stunden vergangen und das Spiel begann von Neuem.
Die letzten fünf Innings sollten völlig anders verlaufen als die ersten vier. Vor allem schneller.
Die Pitcher stellten sich auf die wenig großzügigen Strikebewertungen ein. Die Schlagmänner brachten die Bälle ins Spiel. Die Mitte der Ratinger Lineup produzierte peu-a-peu Runs. Die Kölner nicht. Man zog daher langsam, aber sicher von dannen. Im neunten Inning wurden dann sogar noch drei Punkte Sicherheitspolster angelegt. All das bildete die perfekte Grundlage für das Comeback von Nick König nach seinem Wadenbeinbruch. Er kassierte zwar noch einen Punkt, aber erst nachdem zwei Aus erzielt worden waren.
Lleyton Burggrafs Leistung in den Innings 5-8 kann man nicht genug würdigen. Er kam mit der schwierigen Strikezone sehr gut zurecht und beruhigte das Spiel enorm.
Weitere Helden der Arbeit waren am Schlag Pascal Antweiler und Moritz Jödicke. Sie schlugen zusammen 8 Hits bei 11 Möglichkeiten, zogen einen Walk, schlugen 3 Punkte rein und erzielten 6 Runs.

Nach mehr als 3,5 Stunden Spielzeit und einem hochverdienten 15-11-Sieg sollte das zweite Spiel starten. Um es direkt vorweg zu nehmen: Es war der pure Klassenkampf.

Reihenweise verweigerte die herrschende Klasse die Anerkennung der Pitches als Strikes trotz hoher Gebrauchs- und Tauschwerte, was auf beiden Seiten zu einer gewissen Fassungslosigkeit beitrug. Es erschien so, als würde der DBV am Tag der Arbeit ein neues Arbeitszeitmodell ausprobieren. Die Schiedsrichter werden nicht mehr pro Spiel bezahlt, sondern pro gespielter Minute.
Eigentlich müsste die pure Vernunft eine winzigkleine Strikezone verbieten, aber offenbar durfte sie an diesem Tag nicht siegen.
Der gegnerische Pitcher, Furutachi, kam letztlich am besten mit diesen ungewöhnlichen Bedingungen zurecht. Auch er hatte zu kämpfen, was zu einer frühen 3-0-Führung führte. Allerdings konnte er in der Folgezeit mit seiner Klasse vieles kompensieren und unterband weitere offensive Bemühungen.
Die Ratinger Pitcher schafften das leider nicht. In den Innings 2 und 3 musste man insgesamt 10 Punkte hinnehmen und konnte der Punkteflut nichts entgegensetzen.
Als logische Konsequenz musste man sich den Kölnern mit 4-14 geschlagen geben.

Dennoch war der Split ein Erfolg, da man sich nach der Schmach von Bonn wieder gut berappeln konnte. Am kommenden Sonntag trifft man zu Hause auf die Düsseldorf Senators, gegen die man den ersten Sweep der Saison anpeilt.
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< Schattige Nachbesprechung nach einem heißen Spiel in Bonn (16.05.22)

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Coming Up

Datum Zeit Heim Gast  
22.05.22 11:00 Witten Kaker Lakers Tossball (U10)  
  11:00 Jugend (U15) Kottenforst Saints (AK)  
  13:00 Witten Kaker Lakers Tossball (U10)  
  15:00 Damen 2 Wesseling Vermins 2  

Latest Results

Datum Zeit Heim Gast  
21.05.22 15:00 Herren 2 Wuppertal Stingrays 2 :
15.05.22 11:00 Jugend (U15) Cologne Cardinals 2 7 : 19
  11:00 Kottenforst Saints (AK) Schüler (U12) 6 : 18
  13:30 Kottenforst Saints (AK) Schüler (U12) 2 : 17
  15:00 Damen 2 Aachen Greyhounds 27 : 12