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Ein langer Tag in Verl für die U10 (und alle anderen)

  • Spielbericht   Tossball (U10)

Fünf Spiele, ein Fehlstart, vier Antworten. Die Ratingen Goose-Necks finden am ersten Spieltag der Winterliga 2026 ihren Rhythmus und verlassen Verl punktgleich mit dem Tabellenführer. Ein Bericht über kleine Brüche, große Serien und einen langen Baseballtag aus Ratinger Sicht.

Am 17.01.2026 lag über dem Konrad Adenauer Schulzentrum in Verl jene nüchterne Winterluft, die keinen Unterschied macht zwischen Favoriten und Außenseitern. Es war der erste von vier Spieltagen der Winterliga, U10, und damit für alle Beteiligten ein Neubeginn. Sieben Teams waren angetreten. Die Ratingen Goose-Necks, Cologne Cardinals 1 und 2, die Verl Yaks als Gastgeber, die Neunkirchen Nightmares, die Wuppertal Stingrays und die Solingen Alligators. Viele kannten sich seit Jahren. Man wusste, wer schnell wirft, wer spät schlägt und wer auch dann ruhig bleibt, wenn die Halle laut wird.
Für Ratingen begann der Tag mit einem Stolpern. Spiel eins gegen die Wuppertal Stingrays endete 6 zu 11 und es fühlte sich deutlicher an, als es zwischenzeitlich war. Oskar R. und Greta, die beiden ersten Schlagleute, gingen direkt aus. Kein Kontakt, kein Rhythmus, nur ein kurzer Weg zurück auf die Bank. Dann kam Bewegung ins Spiel. Bälle fanden Lücken, Füße fanden die Bases. Es sah aus, als würde die Offensivmaschine anlaufen, so wie man es von den Goose-Necks kennt. Doch sie wurde abrupt gestoppt. Till, in dieser Liga bekannt als einer der zuverlässigsten letzten Schlagmänner, tat das, was er oft tut. Er schlug hart ins Outfield. Zu hart, zu genau. Der Ball landete direkt beim Outfielder, der ohne Zögern zum Catcher warf. Ein Play, wie es im Lehrbuch steht, und eines, das Punkte kostete.
Auf der anderen Seite lief es für Wuppertal genau umgekehrt. Ihr letzter Schlagmann traf einen Ball, der seltsam versprang, als hätte der Hallenboden kurz gezuckt. Der Ball entzog sich der Defensive, und aus einem normalen Schlag wurde ein erlaufenener Homerun. Sechs Punkte im ersten Inning, das Maximum. Ratingen fing sich danach. Die Defensive stabilisierte sich, die Offensive holte Punkt um Punkt auf. Doch immer wieder endeten gute Kontakte dort, wo schon ein Handschuh wartete. Am Ende stand ein 6 zu 11. Kein Debakel, aber ein Fehlstart. Einer, der wehtut, weil er sich vermeidbar anfühlt.
Die Antwort kam schnell. Spiel zwei gegen die Verl Yaks, den Gastgeber, brachte die Goose-Necks zurück in die Spur. Das 14 zu 8 war nie ernsthaft gefährdet. Die Routinen griffen wieder. Die Schlagreihenfolge funktionierte, die Wege auf den Bases waren klar, die Würfe kontrolliert. Verl hielt dagegen, angefeuert vom heimischen Publikum, aber Ratingen blieb ruhig. Es war ein Sieg ohne große Dramatik, einer von der Sorte, die Vertrauen schafft.
Dieses Vertrauen trugen die Goose-Necks ins dritte Spiel gegen die Neunkirchen Nightmares. Neunkirchen stellte eine sehr sympathische, junge Mannschaft. Man sah den Willen, aber auch die fehlende Erfahrung. Ratingen nutzte das konsequent. Die Bälle flogen weit. Homeruns reihten sich aneinander. Greta zeigte ihre Schlagkraft, Mutsumu ebenso. Es waren saubere Kontakte, keine Zufallsprodukte. Die Defensive der Goose-Necks ließ wenig zu, und so stand am Ende ein klares 14 zu 4. Ein Spiel, das man ernst nehmen musste, um es nicht unnötig offen zu halten, und das Ratingen genau so spielte.
Auch im vierten Spiel blieb das Bild ähnlich. Gegen Cologne Cardinals 2 setzte sich Ratingen mit 16 zu 7 durch. Wieder ein hoher Sieg, wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung. Jeder hatte seinen Anteil, offensiv wie defensiv. Die Kölner zeigten, warum ihnen die Zukunft gehört. Gute Ansätze, schnelle Beine, saubere Bewegungen. Aber an diesem Tag reichte es nicht, um die Goose-Necks ernsthaft unter Druck zu setzen.
Das letzte Spiel des Tages führte Ratingen gegen die Solingen Alligators. Mit kaum einem anderen Team verbindet die Goose-Necks so viel. Man kennt sich von Auswahlturnieren, Camps, gemeinsamen Reisen. Die Rivalität ist freundschaftlich, aber auf dem Feld wird sie nicht kleiner. Jeder will gewinnen, gerade dann, wenn man sich gut kennt. Ratingen kam besser ins Spiel und legte früh fünf Punkte vor. Solingen fand keinen schnellen Zugriff. Die Defensive der Goose-Necks stand sicher. Lennard an der zweiten Base, Florentin auf Shortstop und Oskar R. an der ersten Base bildeten ein Infield, das kaum Fehler zuließ. Nur drei Punkte gaben sie insgesamt ab. Offensiv punktete Ratingen weiter, nur in einem Inning blieb man ohne Run. Das 12 zu 3 am Ende war deutlicher, als viele es erwartet hatten.
So endete ein langer Tag mit vier Siegen aus fünf Spielen. Ein Auftakt mit Ecken und Kanten, aber auch mit einer klaren Linie.
Der Blick auf die übrigen Ergebnisse des Turniertags zeigt, wie eng diese Winterliga ist. Neben den eigenen Auftritten formte auch das übrige Geschehen des Tages das Bild einer ausgeglichenen und lebendigen Winterliga. Wuppertal setzte früh ein Ausrufezeichen mit dem 11 zu 6 gegen Ratingen und blieb auch später auf der Siegerstraße, etwa beim knappen 10 zu 9 gegen Neunkirchen und dem umkämpften 13 zu 11 gegen Cologne Cardinals 1. Die Cologne Cardinals 1 wiederum präsentierten sich stabil und abgeklärt, gewannen sowohl das vereinsinterne Duell gegen die zweite Mannschaft mit 10 zu 4 als auch die engen Partien gegen Neunkirchen mit 9 zu 7 und gegen Verl mit 12 zu 10, mussten sich jedoch Solingen mit 12 zu 13 geschlagen geben.
Verl zeigte vor heimischem Publikum zwei Gesichter. Einerseits das offensive Feuerwerk beim 18 zu 17 gegen Solingen und die knappen Siege gegen Neunkirchen mit 11 zu 10 sowie gegen Cologne Cardinals 2 mit 11 zu 5, andererseits die Niederlagen gegen Ratingen und Cologne Cardinals 1. Solingen wiederum schwankte zwischen starken Auftritten und bitteren Momenten, bezwang Cologne Cardinals 2 mit 10 zu 5, rang Cologne Cardinals 1 mit 13 zu 12 nieder und setzte sich gegen Wuppertal mit 12 zu 8 durch, unterlag aber Verl im torreichen Schlagabtausch.
Für Cologne Cardinals 2 blieb es ein schwieriger Tag, auch wenn das knappe 11 zu 12 gegen Neunkirchen zeigte, dass die Spiele oft enger waren, als es die Tabelle vermuten lässt. Neunkirchen schließlich blieb sieglos, hielt jedoch mehrfach gut mit und machte deutlich, dass Entwicklung und Lernkurve stimmen. Den Schlusspunkt setzte Ratingen selbst mit dem klaren 12 zu 3 gegen Solingen und rundete damit einen Turniertag ab, der in seiner Dichte und Abwechslung kaum Wünsche offenließ.
Nach dem ersten Spieltag ergibt sich damit folgende Tabelle. Wuppertal Stingrays und Ratingen Goose-Necks stehen mit jeweils vier Siegen und einer Niederlage an der Spitze und haben je acht Punkte. Dahinter folgen Cologne Cardinals 1, Solingen Alligators und Verl Yaks mit jeweils drei Siegen, zwei Niederlagen und sechs Punkten. Cologne Cardinals 2 stehen bei einem Sieg und fünf Niederlagen mit zwei Punkten. Die Neunkirchen Nightmares warten noch auf ihren ersten Sieg.
Für die Goose-Necks bedeutet das einen gelungenen Auftakt trotz des frühen Rückschlags. Man hat gesehen, wo es hakt, und man hat gesehen, wozu diese Mannschaft fähig ist, wenn sie ihren Rhythmus findet. Die Winterliga ist lang genug, um aus einem Fehlstart eine Fußnote zu machen.
Der nächste Spieltag findet am 08.02.2026 in Köln statt. Bis dahin bleibt Zeit, an Details zu arbeiten. An den kleinen Dingen, die am Ende darüber entscheiden, ob ein Ball im Handschuh landet oder an ihm vorbeispringt.
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< 1. Damen beim Saisonauftakt gegen Bonn, Foto: Silvio Husemann (14.04.25)

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