Der 4. Juli 2026 war einer jener Sommervormittage, die wie geschaffen scheinen für Baseball. Über der Anlage in Marl lag bereits früh ein freundlicher Himmel, die Temperaturen waren angenehm und ein leichter Wind zog über das Feld. Spieler, Trainer und Zuschauer konnten sich auf einen langen Baseballtag freuen. Für die U10 der Ratingen Goose Necks sollte dieser Tag schließlich zu einem rundum gelungenen Ausflug werden. Gegen die Spielgemeinschaft der Marl Sly Dogs und Bochum Barflies präsentierten sich die Ratinger in beiden Begegnungen des Double Headers in ausgezeichneter Verfassung und fuhren zwei überzeugende Siege ein.
Als Gastmannschaft eröffneten die Goose Necks das erste Spiel des Tages am Schlag. Schon die ersten Aktionen machten deutlich, dass die Ratinger entschlossen waren, von Beginn an Druck aufzubauen. Oskar R. eröffnete die Partie mit einem Single und setzte damit sofort ein Zeichen. Ihm folgten weitere gute Offensivaktionen durch Till, Mutsumu und Debütant Philipp, der sich bei seinem ersten Einsatz bemerkenswert selbstbewusst präsentierte. Immer wieder gelang es den Goose Necks, Läufer in aussichtsreiche Positionen zu bringen und den Ball ins Spiel zu bringen. Zwar wirkte die Offensive zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht ganz so zwingend wie später im Spiel, dennoch standen am Ende des ersten Innings bereits drei Runs auf dem Konto der Gäste.
Die Spielgemeinschaft suchte im Anschluss nach einer Antwort. Auch die Gastgeber kamen zu ersten Möglichkeiten und konnten einen Run erzielen. Mehr ließ die Ratinger Defensive zunächst jedoch nicht zu. Die Goose Necks behaupteten damit ihren Vorsprung und gingen mit einer Führung in den zweiten Durchgang.
Dort legte die Offensive noch einmal spürbar an Qualität zu. Kieran eröffnete die Schlagserie mit einem starken Kontakt. Auch Oskar R. zeigte erneut seine Schlagstärke und brachte die Defensive der Gastgeber unter Druck. Bennett, Till und Greta trugen ebenfalls ihren Teil zu einem gut konstruierten Inning bei. Die eigentlichen Vollstrecker sollten jedoch Mutsumu und Philipp sein. Immer wieder gelang es ihnen, die zuvor auf Base gekommenen Mitspieler nach Hause zu bringen. Die Goose Necks spielten geduldig, konzentriert und mit bemerkenswerter Konsequenz. Vier weitere Runs erhöhten das Ergebnis auf 7:1.
Doch die Gastgeber zeigten, dass sie sich nicht kampflos ergeben wollten. Im unteren zweiten Inning fanden sie ihrerseits besser ins Spiel und verkürzten mit drei eigenen Punkten auf 7:4. Für einen kurzen Moment entstand der Eindruck, dass sich eine enge und spannende Begegnung entwickeln könnte.
Dieser Eindruck hielt jedoch nicht lange an.
Im dritten Inning nahm die Ratinger Offensive endgültig Fahrt auf. Brandon eröffnete den Angriff mit einem Single und bereitete damit die Bühne für eine der spektakulärsten Aktionen des Spiels. Kieran erreichte ebenfalls die Base, bevor Oskar R. zum Schlag erschien. Sein Ball fand den Weg tief ins Outfield und schließlich an die Begrenzung. Der Homerun brachte gleich drei Runs auf das Scoreboard und sorgte für großen Jubel bei den mitgereisten Ratinger Familien.
Doch damit war das Feuerwerk noch nicht beendet. Kurz darauf folgte sogar der nächste Homerun, diesmal durch Till. Die Gastgeber wirkten zunehmend überfordert, während die Goose Necks Schlag um Schlag nachlegten. Greta, Mutsumu und Philipp setzten die Angriffswelle fort und sorgten dafür, dass am Ende fünf Runs in diesem Inning erzielt wurden.
Das Spiel war nun deutlich in Richtung der Gäste gekippt. Während die Offensive unaufhörlich produzierte, steigerte sich auch die Defensive der Ratinger sichtbar. Besonders in den Innings drei und vier zeigten die Goose Necks einige ihrer besten Defensivaktionen des Tages. Mehrere Spielzüge wurden sauber und sicher abgeschlossen. Besonders hervor tat sich dabei Pitcher Nils. Immer wieder reagierte er schnell auf geschlagene Bälle in seine Richtung, nahm sie sicher auf und leitete die Spielzüge mit präzisen Würfen zur ersten Base ein. Seine Übersicht und sein Stellungsspiel waren wesentliche Gründe dafür, dass die Gastgeber kaum noch zu längeren Offensivserien kamen.
Auch offensiv blieb der Druck hoch. Sowohl im vierten als auch im fünften Inning gelangen den Goose Necks jeweils fünf weitere Runs. Bemerkenswert war dabei die mannschaftliche Geschlossenheit. In beiden Durchgängen kamen sämtliche neun Schlagleute der Ratinger Batting Order an den Schlag. Immer wieder gelang es, die Bälle sauber zu treffen und die Lücken in der Defensive der Spielgemeinschaft zu finden.
Erst im letzten Spielabschnitt zeigte die Defensive der Goose Necks einige kleinere Unsicherheiten. Die Gastgeber nutzten diese Phase, um noch einmal mehrere Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen. Nach und nach verkürzten sie den Rückstand und erzielten vier weitere Runs. Wirklich gefährdet war der Erfolg der Ratinger jedoch nicht mehr. Zu groß war der zuvor herausgespielte Vorsprung.
Mit einem deutlichen 22:11 endete die erste Begegnung schließlich zugunsten der Goose Necks. Nach einem etwas verhaltenen Beginn hatten die Ratinger die Partie zunehmend kontrolliert und insbesondere durch ihre starke Offensive entschieden.
Nach einer etwa halbstündigen Pause begann das zweite Spiel des Tages. Rückblickend lässt sich diese Begegnung tatsächlich deutlich kürzer zusammenfassen, auch wenn sie für die Goose Necks mindestens ebenso beeindruckend verlief wie die erste.
Von Beginn an dominierten die Ratinger das Geschehen. Besonders Oskar R. und Till präsentierten sich erneut in bestechender Form. Beide schlugen mehrere Bälle tief ins Outfield und sorgten mit ihren weiten Schlägen für mehrere Homeruns. Immer wieder mussten die Gastgeber mit ansehen, wie gut platzierte Kontakte der Goose Necks die Läufer über die Bases trieben.
Doch es waren nicht nur die beiden Leistungsträger, die offensiv Akzente setzten. Auch Greta reihte sich in die Liste der Homerun-Schützen ein und wurde für ihren mutigen Schwung belohnt. Ebenso gelang Mutsumu ein Homerun, der die Dominanz der Ratinger zusätzlich unterstrich. Insgesamt präsentierte sich die Offensive über die gesamte Mannschaft hinweg bemerkenswert stark.
Philipp knüpfte an seine gute Leistung aus dem ersten Spiel an und zeigte erneut mehrere gelungene Schläge. Brandon überzeugte mit harten Kontakten, Bennett brachte die Bälle immer wieder ins Spiel und Kieran sorgte mit seinen Schlägen ebenfalls regelmäßig für Bewegung auf den Bases. Die Goose Necks agierten konzentriert, spielfreudig und mit großer Entschlossenheit.
Bereits im ersten Inning gelangen sechs Runs. In den beiden folgenden Durchgängen kamen jeweils vier weitere Punkte hinzu. Als im vierten Inning erneut sechs Runs erzielt wurden, war die Partie endgültig entschieden.
Während die Offensive nahezu nach Belieben punktete, dominierte die Defensive das Spielgeschehen mindestens ebenso deutlich. Die Spielgemeinschaft aus Marl und Bochum fand kaum Mittel gegen die sicher agierenden Gäste. Gute Schläge waren selten, lange Angriffsserien noch seltener.
Lediglich im ersten und im dritten Inning gelang den Gastgebern jeweils ein Run. Darüber hinaus ließ die Ratinger Defensive praktisch nichts zu. Die Feldspieler arbeiteten aufmerksam, die Würfe kamen präzise und die Spielzüge wurden sauber abgeschlossen. Immer wieder endeten die Offensivbemühungen der Gastgeber frühzeitig.
So entwickelte sich die Begegnung zu einer einseitigen Angelegenheit, an deren Ende ein deutliches 20:2 für die Goose Necks stand. Es war ein Erfolg, der nicht nur aufgrund des Ergebnisses beeindruckte, sondern vor allem durch die Art und Weise, wie er zustande gekommen war. Die Mannschaft überzeugte sowohl offensiv als auch defensiv und zeigte über weite Strecken sehr reifen Baseball für ihre Altersklasse.
Als die Spieler nach dem letzten Aus aus dem Dugout kamen, war die Zufriedenheit entsprechend groß. Zwei Spiele, zwei Siege, insgesamt 42 erzielte Runs und zahlreiche starke Einzelleistungen machten den Ausflug nach Marl zu einem rundum erfolgreichen Tag. Vor allem aber präsentierten sich die Goose Necks als geschlossene Mannschaft, in der viele Spieler Verantwortung übernahmen und ihren Beitrag zum Erfolg leisteten.
Mit diesen beiden Siegen im Rücken konnte die U10 der Goose Necks viel Selbstvertrauen sammeln. Das war umso wichtiger, weil bereits am folgenden Wochenende die nächste Herausforderung wartete. Dann sollte die Reise nach Verl zu den Yaks gehen. Auf diese Begegnung freuten sich Spieler und Betreuer besonders, nicht zuletzt wegen des neuen Baseballplatzes der Verler. Nach den überzeugenden Auftritten vom 4. Juli 2026 würden die Goose Necks dort jedenfalls mit breiter Brust antreten.