Ratingen Goose-Necks

Gänse und Baseball haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Bei den Ratingen Goose-Necks ist das naturgemäß anders. Am 7. November 2026 lud der Verein zum traditionellen Gänseessen, dem festen Jahresabschluss, bei dem nicht nur gegessen, sondern auch zurückgeblickt und geehrt wird. Für die U10 war es der Moment, ein Jahr einzuordnen, das in seiner Bandbreite kaum größer hätte ausfallen können. Es gab Pokale und Pleiten, Triple Plays und Feldspielfehler, Hallen mit schlechter Luft und Sommertage mit zu viel Sonne. Und es gab eine Mannschaft, die nach dem Abschied einer ganzen Meistergeneration erst einmal herausfinden musste, wer sie eigentlich ist.

Bevor es um Ergebnisse ging, ging es um Menschen. Vier Kinder der U10 wurden an diesem Abend besonders gewürdigt.

Den Anfang machte der Coaches Pick, und der ging in diesem Jahr gleich an zwei Spieler: Greta und Jonathan. Beide gehören nicht zu den lautesten Spielern im Team. Sie geben im Dugout selten den Ton an, und gerade deshalb fallen ihre Leistungen nicht immer so auf, wie sie es verdient hätten. Dabei waren beide über die gesamte Saison wichtige Leistungsträger, am Schlag wie in der Defensive. Ohne sie wäre diese Mannschaft nicht annähernd so stark gewesen. Und beide verbindet noch etwas, das sich in keiner Statistik findet. Sie spielen mit großer Freude, und für ein Trainerteam ist das mindestens so wertvoll wie jeder Homerun.

Der Titel des MVP ging an Oskar R. Er hat in dieser Saison einen großen Sprung gemacht, vor allem in der Defensive. Gerade zum Ende der Saison hin verteidigte er seine Position sicher und wurde zu einer festen Größe im Infield. Auch am Schlag hat er sich deutlich verbessert und dabei sehr viele Extra-Base-Hits geschlagen. Wenn er in diesem Jahr an die Platte trat, rechneten die gegnerischen Outfielder mit Arbeit. Meist zu Recht.

Die vierte Ehrung des Abends führte weit über die Liga hinaus. Lennard spielte in diesem Jahr für die Future Stars beim SuperCup in Tschechien. Die Future Stars sind ein bundesweites Programm der Deutschen Baseball Akademie. Die besten Spieler aus dem U10-Bereich werden in mehrstufigen Auswahlverfahren ausgewählt und reisen anschließend gemeinsam als Team zum SuperCup. Allein die Nominierung ist eine Auszeichnung, und Lennard vertrat die Goose-Necks dort würdig.

Nach den Ehrungen ging der Blick zurück auf das Jahr. Und das begann, wie es sich für die Goose-Necks gehört, in der Halle.

Am 7. Dezember 2025 trat die U10 beim traditionellen Nikolausturnier in Wuppertal noch einmal in der alten Besetzung an, mit dem Jahrgang 2015, der die vergangene Saison geprägt hatte. Durch den starken Zulauf neuer Kinder konnte Ratingen sogar zwei Teams melden und unterstützte zusätzlich die junge Mannschaft der Wassenberg Squirrels. Selten zuvor waren an einem Tag so viele Ratinger Kinder im Einsatz. Die zweite Mannschaft belegte mit drei Siegen und drei Niederlagen einen soliden sechsten Platz. Neuzugang Oskar B. überzeugte dort mit mutigen Schlägen, während Konstantin, Nils, Jonathan und Jan für Stabilität sorgten. Gegen die Düsseldorf Senators und die Bonn Capitals gingen zwei enge Spiele knapp verloren, gegen Solingen war an diesem Nachmittag wenig zu holen. Die erste Mannschaft gewann alle Spiele, vier davon mit zweistelligem Vorsprung. Gegen Hochdahl, Witten, Wuppertal und Bochum ließ die Mannschaft kaum etwas zu, und Greta, Oskar R., Justus und Yat Laam spielten mit der Ruhe, die man sich in vielen Hallenturnieren erarbeitet. Debütantin Elaine schlug im ersten Spiel ein Triple und zum Abschluss des Tages ihren ersten Homerun. Im inoffiziellen Finale gegen die Solingen Alligators blieb es bis zum Schluss offen, und als die Schlusssirene ertönte, wusste zunächst niemand so recht, wer gewonnen hatte. Die Auswertung ergab ein 9-8 für Ratingen. Da die Cologne Cardinals 1 ebenfalls ungeschlagen waren, entschied das Run-Verhältnis. Die deutlichen Siege zahlten sich aus, die Goose-Necks verteidigten ihren Titel und gewannen das Turnier zum vierten Mal. Damit zog Ratingen in der Siegerliste des seit dem Jahr 2000 ausgetragenen Turniers an den Wuppertal Stingrays vorbei. Nur die Paderborn Untouchables haben mit fünf Titeln noch einen mehr. Auch die Wassenberg Squirrels, die den ganzen Tag mit Ratinger Unterstützung spielten, freuten sich über drei Siege und einen respektablen siebten Platz.

Danach begann das eigentliche Abenteuer. Acht Spieler wechselten altersbedingt in die U12, und beim Neujahrscup am 10. Januar 2026 standen nur noch die Jahrgänge 2016 und jünger auf dem Feld. Der Tag begann mit Hindernissen. Die Berlin Flamingos sagten wegen des Schneechaos ab, die Paderborn Untouchables am Morgen des Turniers. Ein Paderborner Spieler erschien trotzdem und lief kurzerhand für Wassenberg auf, wo auch Ratingen regelmäßig mit zwei Spielern aushalf. Die Goose-Necks mussten um 10 Uhr ihr erstes Spiel bestreiten und anschließend fast zweieinhalb Stunden warten, was mit Karten und Fangen überbrückt wurde. Sportlich begann es holprig. Gegen Wassenberg reichte es nur zu einem 8-8, gegen Wuppertal stand nach einer Aufholjagd im letzten Durchgang ein 9-10, weil der Runner auf der Third Base nach Oskar R.s Schlag über die Begrenzung nicht punkten durfte. Die Regelauslegung blieb an diesem Tag ein Rätsel. Danach aber fand die Mannschaft ihren Rhythmus, gewann gegen Hochdahl mit 16-7, gegen Bochum mit 18-0, im Halbfinale gegen Wuppertal mit 14-7 und im Finale gegen Wassenberg mit 16-8. Oskar B. schlug dort seinen ersten Homerun. Mit Nils und Mutsumu standen in diesem Finale übrigens weiterhin zwei Ratinger im Trikot der Squirrels auf dem Feld. Die Goose-Necks spielten also gewissermaßen auch gegen sich selbst und gewannen trotzdem. Der Turniersieg war verteidigt, und zwar von einer Mannschaft, die es in dieser Form wenige Wochen zuvor noch gar nicht gegeben hatte.

Die Winterliga begann am 17. Januar in Verl mit einem Stolpern. Gegen Wuppertal ging das erste Spiel mit 6-11 verloren, unter anderem weil ein harter Schlag von Till direkt beim Outfielder landete und Wuppertal im Gegenzug einen eigenartig verspringenden Ball zu einem Homerun ausbaute. Doch die Antwort kam schnell. Es folgten ein 14-8 gegen Verl, ein 14-4 gegen Neunkirchen, ein 16-7 gegen die Cologne Cardinals 2 und ein deutliches 12-3 gegen Solingen. Gegen Neunkirchen zeigten Greta und Mutsumu ihre Schlagkraft mit Homeruns, gegen Solingen ließ das Infield mit Lennard an der Second Base, Florentin auf Shortstop und Oskar R. an der First Base gerade einmal drei Punkte zu. Vier Siege aus fünf Spielen, punktgleich mit dem Tabellenführer. Aus dem Fehlstart war eine Fußnote geworden.

Am 22. Februar in Solingen übernahm Ratingen die Tabellenspitze. Vier Siege und ein Unentschieden standen zu Buche, in jedem Spiel erzielte die Mannschaft mindestens zehn Runs. Homeruns kamen unter anderem von Jonathan, Greta, Nils und Lennard. Die Neuen Dean, Elaine und Vincent fügten sich nahtlos ein, und selbst der jüngste Spieler Kieran zeigte ein gutes Gespür auf den Bases. Es war der Spieltag von Lennards Triple Play, von Jonathan, der beim Tag-Versuch seine Hand durch die Beine des Verteidigers auf die Homeplate führte, und eines 11-3 gegen den direkten Verfolger aus Wuppertal. Das 10-10 gegen Neunkirchen gehörte ebenfalls dazu. Es erinnerte daran, dass in dieser Altersklasse jedes Spiel erst einmal gespielt werden muss.

Am 28. Februar in Köln wurde es mühsamer. Die Halle war klein, die Luft schlecht, und harte Schläge prallten von der hinteren Wand zurück ins Feld, wo sie Solingen dankbar aufnahm. Statt Extra-Bases gab es einfache Aus. Das Spiel ging mit 10-14 verloren. Auch das 6-6 gegen die Cologne Cardinals 1 zeigte, dass die Offensive an diesem Tag nicht ihre beste Form fand. Viel Kraft in den Armen ist eben nicht immer ein Vorteil, zumindest nicht in jeder Halle. Doch dann folgte ein knapper Sieg im richtungsweisenden Spiel gegen Wuppertal, bei dem einige unglückliche Laufwege einen deutlicheren Vorsprung verhinderten, und zum Abschluss ein klares 11-3 gegen Verl. Brendan feierte sein Debüt, und der letzte Spielzug des Tages war sehenswert. Lennard lenkte einen Line Drive im Sprung ab, und Till fing den abgefälschten Ball direkt aus der Luft.

Am 8. März ging es in Wuppertal um die Meisterschaft. Ratingen reiste mit 22 Punkten als Tabellenführer an und benötigte drei Siege aus vier Spielen. Am Vormittag gelangen ein 14-4 gegen Neunkirchen und ein 15-9 gegen die Cologne Cardinals 2. Dann folgte eine fast dreistündige Pause, in der die Kinder den Spielplatz eroberten, während auf den anderen Feldern die Tabelle nach jeder Begegnung neu sortiert wurde. Wuppertal, vor dem Spieltag noch ein ernsthafter Titelkandidat, verlor vier seiner fünf Spiele, während Verl nach einer Auftaktniederlage eine Serie von vier Siegen hinlegte. Als die Goose-Necks zu ihrem dritten Spiel antraten, stand die Meisterschaft bereits fest. Sie gewannen trotzdem mit 12-3 gegen die Cologne Cardinals 1 und anschließend mit 12-11 gegen Solingen. Den lautesten Jubel nach diesem Spiel gab es übrigens bei den Spielern aus Verl, denen der Ratinger Sieg den dritten Platz sicherte. Auch das ist eine Form von Teamgeist, wenn auch eine vereinsübergreifende.

Die Bilanz des Winters war beeindruckend. 14 Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen standen in der Winterliga zu Buche. Die Mannschaft erzielte mit 207 Punkten die meisten und kassierte mit 119 die wenigsten. Im Schnitt endeten die Spiele 11,5 zu 6,6 für Ratingen. Es war der zweite Wintertitel in Folge, dazu kamen das Nikolausturnier und der Neujahrscup. Drei Titel in einem Winter, und das mitten im Umbruch. Mit so einer Bilanz hätte vor Saisonbeginn kaum jemand gerechnet.

Der Sommer sollte zeigen, dass die Halle und das Feld zwei sehr unterschiedliche Orte sind. Vor dem Saisonstart hielt man die Erwartungen bewusst klein. Sieben neue Kinder hatten über den Winter den Weg zu den Goose-Necks gefunden, und der Fokus lag auf Entwicklung, nicht auf Ergebnissen. Das war, wie sich herausstellen sollte, eine kluge Einschätzung. Ein Vorbereitungsspiel in Düsseldorf diente dazu, Abläufe unter Wettkampfbedingungen zu erproben und die neuen Kinder einzubinden.

Zum Auftakt am 25. April kamen die Solingen Alligators nach Ratingen. Man kannte sich bestens, zuletzt hatte man sich erst eine Woche zuvor bei einem Turnier gesehen. Im ersten Spiel hielt die Defensive die Gäste zwei Innings lang ohne Punkt, Lennard brachte den ersten Run der Saison nach Hause. Dann drehte Solingen das Spiel mit vier Runs im dritten Inning und gewann mit 10-5. Im zweiten Spiel ging Ratingen nach einem 0-4 sogar noch mit 5-4 in Führung, ehe die Alligators in drei aufeinanderfolgenden Innings jeweils fünf Runs erzielten. 9-20. Ein ernüchternder Auftakt, doch mit Elaine, Oskar B., Dean und Brendan feierten gleich vier Kinder ihr Debüt. Wer an diesem Tag nur auf die Anzeigetafel schaute, verpasste die eigentliche Geschichte.

Am 10. Mai gelang dann der erste Sieg des Jahres. Gegen die Verl Yaks entwickelte sich ein enges Spiel, das vor allem von der Ratinger Defensive geprägt war. Lennard zeigte am Shortstop mehrere starke Spielzüge, Till lief im Centerfield schwierige Bälle sauber ab. Im vierten Inning brachte Jonathans Line Drive die Führung, Greta legte im fünften nach. Im sechsten Inning kam Verl nach einem Fehler noch einmal auf einen Punkt heran, doch Oskar R. machte wenig später selbst das dritte Aus, und im letzten Inning hielt die Defensive die Nerven. 7-6. Das zweite Spiel ging mit 4-11 verloren, doch mit Sia und Bennett debütierten zwei weitere Kinder, und Nils überzeugte auf dem Hügel mit Ruhe und Übersicht. Auch das Middle Infield mit Jonathan, Lennard und Mutsumu arbeitete in beiden Spielen aufmerksam und sicher.

Der 4. Juli in Marl wurde zum Feiertag der Offensive. Gegen die Spielgemeinschaft der Marl Sly Dogs und Bochum Barflies gewann Ratingen mit 22-11 und 20-2. Debütant Philipp präsentierte sich bemerkenswert selbstbewusst und gehörte gemeinsam mit Mutsumu zu den Vollstreckern des ersten Spiels. Oskar R. und Till schlugen Homeruns, im zweiten Spiel kamen Greta und Mutsumu hinzu. Nils leitete vom Mound aus zahlreiche Spielzüge ein. Im vierten und fünften Inning des ersten Spiels kam jeweils die komplette Batting Order an den Schlag, im zweiten Spiel standen schon nach vier Innings 20 Runs auf der Anzeigetafel. Am Ende standen 42 Runs an einem Vormittag. In Marl dürfte man die Gäste aus Ratingen danach mit gemischten Gefühlen verabschiedet haben.

Eine Woche später zeigte sich die andere Seite des Sommers. Am 11. Juli reisten die Goose-Necks mit genau neun Kindern zum neuen Ballpark der Verl Yaks. Keine Auswechselspieler, hochsommerliche Temperaturen, zwei Stunden Anreise. Im ersten Spiel zeigten die Yaks eindrucksvoll, wie stark sie schlagen können. Noch vor dem ersten Aus gelangen ihnen zwei Triples und ein Single, nach drei Innings stand es 13-4. Die Goose-Necks stabilisierten sich danach, ließen nur noch einen Run zu, doch Verl gewann mit 14-6. Im zweiten Spiel führte Ratingen nach einem starken Inning mit Single von Greta, Double von Till und Triple von Oskar R. lange, im fünften Inning sogar mit 8-4. Dann forderten Hitze und Spielzeit ihren Tribut. Verl erzielte in zwei Innings elf Runs und gewann mit 15-8. Das Ergebnis tat weh, die Haltung der Mannschaft dagegen verdiente Respekt. Alle neun kämpften bis zum letzten Aus, und Bennett und Oskar B. feierten ihre ersten Hits für die Goose-Necks.

Nach der Sommerpause begann die zweite Saisonhälfte am 6. September in Paderborn mit einem Spieltag voller Gegensätze. Im ersten Spiel stand die Defensive bombensicher, Jonathan und Oskar R. glänzten auf der linken Seite des Infields, und nach einem 3-3 zog Ratingen dank einer starken Offensive auf 10-4 davon. Carl feierte sein Debüt. Schon im zweiten Inning hatte die Defensive eine Situation mit Bases Loaded überstanden, und in den Innings fünf und sechs erreichte nur ein einziger Paderborner überhaupt die Base. Im zweiten Spiel schlugen die Untouchables außergewöhnlich stark und führten nach vier Innings mit 16-2. Doch dann kam ein Aufbäumen, das an diesem Tag mehr zählte als jedes Ergebnis. Carl schlug seinen ersten Hit, Lennard kehrte nach langer Verletzungspause als Pinch Hitter zurück, und nachdem Brendan von Vincent und seinem Bruder Bennett nach Hause geschlagen worden war, stand es 16-7. Das vorzeitige Ende war damit fürs Erste abgewendet. Am Ende stand ein 7-17, aber auch die Erkenntnis, dass diese Mannschaft nicht aufgibt.

Gegen den späteren Meister aus Solingen gingen am 12. September beide Spiele verloren, mit 1-8 und 4-7. Die Offensive tat sich schwer, viele Bälle verhungerten im Infield. Lennard konnte verletzungsbedingt weiterhin nur schlagen, steuerte aber ein weites Single bei und machte dann Platz für einen Pinch Runner. Die Geschichte dieses Tages schrieb jedoch die Defensive. Das Infield um Mutsumu, Nils, Till, Oskar R., Brendan und Vincent stand hervorragend, im Outfield brachten Greta, Bennett und Oskar B. die Bälle schnell zurück. Im Hinspiel hatte Solingen noch 30 Runs gegen Ratingen erzielt, diesmal waren es zusammen nur 15. Die Alligators verloren in der gesamten Saison nur zwei Spiele und dominierten die Liga deutlich. Dass die Goose-Necks diese Offensive so in den Griff bekamen, war eine der eindrucksvollsten Entwicklungen des Sommers.

Eine Woche später folgte die Bestätigung. Gegen Marl und Bochum gewann Ratingen am 19. September beide Spiele mit 10-0. Weil das Softballfeld renoviert wurde, fanden die Partien auf dem Baseballfeld statt, was der Defensive offensichtlich nicht schadete. Gerade einmal fünf beziehungsweise sechs Gäste erreichten überhaupt die Base. Die Offensive tat dabei nur das Nötigste, ganz nach dem Sprichwort, dass ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss. Zwei Spiele ohne einen einzigen Gegenpunkt sind trotzdem eine Ansage, auch wenn sie ohne großen Glanz daherkam.

Am 3. Oktober durften Greta, Oskar R. und Till beim All-Star-Game des BSV NRW in Dortmund antreten. Jede Mannschaft der Liga hatte ihre drei besten Spieler nominiert. Die Kinder wurden einzeln aufgerufen und liefen unter Applaus aufs Feld, anschließend erklang die Nationalhymne. Ein Gänsehautmoment, der für drei Goose-Necks naturgemäß besonders gut passte. Danach entwickelte sich auf dem Feld ein munteres Spiel mit mehreren Führungswechseln. Till wurde am Ende als Best Batter des All-Star-Games ausgezeichnet. Eine schöne Anerkennung für eine starke Saison.

Am Tag danach endete die Saison mit dem Doubleheader gegen die Paderborn Untouchables. Das erste Spiel war eines der besten des Jahres. Nach einem 0-3 zum Auftakt stand die Defensive mit Oskar R., Lennard, Jonathan und Mutsumu im Infield sowie Brendan, Dean und Greta im Outfield wie eine Wand. Angeführt von einem bestens aufgelegten Brendan punktete die Offensive Inning um Inning, zweimal kam die komplette Schlagreihenfolge an den Schlag. 15-5. Das zweite Spiel blieb lange offen, vor dem letzten Durchgang stand es 9-14. Dann gelang im siebten Inning kein einziges Aus mehr, Paderborn erzielte sieben Punkte und gewann mit 21-9. Ein Teil der Mannschaft hatte die Winterpause offenbar schon ein Inning früher eingeläutet.

Mit sieben Siegen und neun Niederlagen belegten die Goose-Necks in der Sommersaison den vierten Platz. Die Zahlen erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Mit 147 erzielten und 151 zugelassenen Punkten war die Bilanz nahezu ausgeglichen. Gegen Verl und Paderborn spielte Ratingen phasenweise auf Augenhöhe, und vor allem die Defensive entwickelte sich von der Baustelle zum Fundament. Wer im April gesehen hatte, wie Solingen 30 Runs an einem Tag erzielte, und im September, wie die gleiche Mannschaft bei 15 Punkten gehalten wurde, konnte den Fortschritt mit bloßem Auge erkennen.

Dazu kamen die vielen kleinen Meilensteine, die in keiner Tabelle stehen. Elaine, Oskar B., Dean, Brendan, Sia, Bennett, Philipp und Carl feierten im Sommer ihr Debüt. Erste Hits, erste Runs, erste sichere Spielzüge. Kinder, die im April ihr erstes Ligaspiel bestritten hatten, standen im Oktober wie selbstverständlich auf dem Feld. Spieler wie Till, Mutsumu, Nils, Kieran, Brendan und Vincent wuchsen in tragende Rollen hinein.

Mit Lennard, Greta, Nils, Philipp, Elaine, Brendan, Till, Philipp und Jonathan verabschieden sich gleich neun Spieler in die U12. Es steht der U10 also ein weiterer Umbruch bevor.

So endete ein Jahr, das mit drei Titeln in der Halle begann, im Sommer viel Lehrgeld kostete und am Ende dennoch eine Mannschaft hervorbrachte, die weiß, wer sie ist. Beim Gänseessen kam diese Mannschaft noch einmal zusammen und feierte gemeinsam.

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